Samba no Pé (wörtlich Samba im Fuß), was sinngemäß auch mit Samba in den Beinen übersetzt werden kann, ist ein brasilianischer Einzeltanz, der zu schnellen Samba-Rythmen getanzt wird. Seine Entstehung ist eng verknüpft mit dem brasilianischem „Carnaval“, durch den der Samba als Begriff allgemein weltweite Bekannt erlangt hat. Entgegen dem Paartanz „Samba de Gafieira“, der seine Entwicklung im bürgerlichen Milieu begann und der zu weniger schnellen bis langsamen Sambastücken mit breiter Instrumentenvielfalt getanzt wird, stehen beim Samba no Pé eher die schnellen, perkussionsbetohnten Rythmen im Vordergrund. Charakteristisch sind die schnellen, hüftbetonten Schrittkombinationen in Verbindung mit weiten, kreisenden Armbewegungen.

Entstehung

Mit der Entstehung des Sambas in Rio zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der steigenden Bekanntheit und seinem Erfolg als eigenständiges Genre, begann seine Entwicklung in vielfältiger Richtung. Es entstanden unterschiedliche Ausprägungen und Stilrichtungen: „Samba Canção“, die „Baterias“ (Trommelgruppen) der aufkommenden Sambaschulen bis hin zum Bossa Nova in den 50er under 60er Jahren.

In den 30er Jahren, als der Samba bereits immer größeren Einflus innnerhalb der Sambagruppen gewann, wurde die erste offiziell so benannte „Escola de Samba“ (Sambaschule) durch Ismael Silva mitbegegründet. In den Arbeitervierteln und insbesondere auf den „Morros“ – gemeint sind die Favelas in Rio, die sich zumeist die zahlreichen Hügel (morros) rund um Rio hinaufschlängeln – nahm der Samba eine ganz eigene Entwicklung: es ist die Geburtsstunde vieler Sambaschulen und damit einher letztlich eines neuen Genres des Sambas: dem Samba-Enredo in den 50er Jahren, componiert für die Karnevalsumzüge der Sambaschulen – mit seinen schnellen Rythmen und dem Fokus auf Perkussionsinstrumente.